Pädagogisches Konzept

Pädagogisches Konzept der Kindergartengruppe (3-6 Jahre)

1. Leitgedanken

Wie auch aus unserem Vereinsnamen hervorgeht, ist uns die gemeinsame Förderung unserer Kinder in all ihren individuellen Begabungen und Neigungen besonders wichtig.
Unsere Kinder werden jederzeit in ihrer Persönlichkeit und Eigenart angenommen. Diese Wertschätzung ist das Wichtigste in unserer pädagogischen Arbeit.
Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, selbstbewusst und kritisch Entwicklungen zu bewältigen und mitgestalten zu können.
Wir fördern unsere Kinder selbstständig zu werden, ihre eigenen Bedürfnisse und die der anderen Kinder, sowie ihre Rechte und Pflichten im Zusammenleben wahrzunehmen.
Durch die Erziehung in der Gruppe lernen die Kinder schon von klein auf ein demokratisches und solidarisches Sozialverhalten. Konflikte und Aggressionen sehen wir als normale Bestandteile des täglichen Zusammenlebens im Kindergarten.
Wir gehen offen miteinander um und dabei lernen die Kinder ihre Gefühle wie Mut, Trauer, Zuneigung, Freude‚ Angst und Schwäche zu zeigen und damit konstruktiv umzugehen.
Innerhalb der Kindergruppe ist unser Ziel, die Gleichberechtigung zwischen Kleinen und Großen und zwischen Schwachen und Starken zu verdeutlichen.
Lernfähigkeit, Fantasie, Kreativität sind wertvolle Eigenschaften, die es zu erhalten gilt.

2. Ziele und Prinzipien unserer Arbeit

  • Wir holen die Kinder da ab, wo sie stehen.
  • Jedes Kind ist für uns ein wertvolles Gegenüber.
  • Wir begleiten die Kinder auf ihrem Weg, für sich und andere die
    Verantwortung zu übernehmen.
  • Um zu eigenständigen Persönlichkeiten heranzuwachsen, geben wir ihnen
    die bestmögliche Unterstützung.
  • Wir machen die Kinder mit der Natur vertraut und lassen sie diese
    bewusst wahrnehmen (u.a. durch viele Spaziergänge in der Natur.)
  • Wir verfolgen eine gezielte, individuelle Förderung in allen Bereichen, wie
    z.B. Sprache, Kreativität, soziales Verhalten usw.
  • Schwerpunkt aller pädagogischen Angebote ist die Bewegungsförderung
    in  unterschiedlichen Bereichen und Formen

3. Auftrag des Kindergartens

Der Kindergarten ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben dem Betreuungsauftrag auch einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag, der im allgemein geltenden Rahmenplan für frühkindliche Bildung erläutert wird und auch Grundlage unserer Arbeit ist, ebenso wie die Entwicklungsdokumentation, die im engen Kontakt mit den Eltern erfolgt.
Unter Berücksichtigung vieler Faktoren wie z.B. Lebenssituation des Kindes, Neigungen, Begabungen, geistige Fähigkeiten und der körperlichen Entwicklung, gestalten wir unsere pädagogische Arbeit gezielt. Die Bedürfnisse der Kinder nach Freiheit (Grenzen finden), nach Spontaneität und nach Bewegung gilt es aufzugreifen.
Bewegung und Kreativität sowie Individualität wird bei uns groß geschrieben, außerdem arbeiten wir in Projekten, bei denen die Kinder im hohen Maße beteiligt werden.
Zu einer optimalen pädagogischen Arbeit gehört auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern, so ist uns die engagierte Mitarbeit der Eltern in allen Angelegenheiten und Aufgabenbereichen der Kindergruppe sehr willkommen.

4. Tagesablauf

Mit Ausnahme der Eingewöhnungszeiten der neuen Kinder, legen wir Wert darauf, dass alle Kinder bis spätestens um 8.20 Uhr in den Kindergarten gebracht werden, um dann pünktlich mit dem Morgenkreis zu beginnen.
Um 8.30 Uhr gibt es ein gemeinsames Frühstück für alle Kinder, die bis dahin gebracht worden sind, welches vom Kindergarten unter der Berücksichtigung der Prinzipien gesunder Ernährung gestellt wird. Danach werden ebenso wie nach dem Mittagessen die Zähne geputzt (ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeit: die Zahngesundheit).
Darauf folgende feste Aktivitäten, wie z.B. Turnen, musikalische Früherziehung oder Bibliotheksbesuche, oder andere Angebote bzw. Freies Spiel.
Um 12.30 Uhr essen die Kinder zu Mittag. Das ausgewogene und abwechslungsreiche Mittagessen wird in unserer eigenen Küche zubereitet. Anschließend können die Kinder spielen oder an Angeboten teilnehmen, bis sie abgeholt werden.
Die pädagogische Arbeit ist so angelegt, das die Kinder möglichst regelmäßig in den Kindergarten kommen sollten. Ein Mindestmaß an Regelmäßigkeit ist für alle Kinder wichtig, weil es ihnen sonst schwer fällt, in der Gruppe zu bestehen und Freundschaften zu schließen.

5. Zusammenarbeit der Erzieherinnen und Eltern

Wir sind in der Kindergartengruppe ein Team von drei Mitarbeiterinnen, die sehr eng zusammen arbeiten. Ein täglicher Austausch über die Arbeit und das gemeinsame Erstellen eines Wochenplanes ist für uns besonders wichtig.
Wir bereiten unsere Arbeit z.B. Projekte, Vorschularbeit, Literaturstunden und Vieles mehr gemeinsam vor. So können wir eine gute Arbeit leisten und ein gutes Arbeitsklima gewährleisten.
Regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen finden statt, und außerdem Teamsitzungen, an denen dann auch unsere Vorstandsmitglieder, welche aus drei Eltern bestehen, teilnehmen.
Es werden regelmäßige Elternabende durchgeführt, an denen immer ein ausführlicher Bericht der Erzieherinnen gegeben wird. Auch dadurch bekommen alle Eltern einen Einblick in unsere Arbeit und das Leben ihres Kindes im Kindergarten.
Hospitationen sind nach Absprache immer möglich. Elterngespräche über den Ent-wicklungsstand jedes einzelnen Kindes werden regelmäßig von uns angeboten.
Grundlage für diese wichtige Zusammenarbeit mit den Eltern ist gegenseitiges Vertrauen und Offenheit. Engagierte Elternarbeit ist eine wichtige und willkommene Ergänzung unserer Arbeit.

6. Kinder im Mittelpunkt unserer Arbeit

Unser Kindergarten ist ein Ort‚ an dem sich alle Kinder wohl fühlen sollen, dessen Aussehen sie mitgestalten können und an dem sie individuell begleitet, unterstützt und gefördert werden. Dieses geschieht durch vielfältige unterschiedliche Angebote.
Das Freispiel nimmt einen großen Teil des Vormittages ein. Die Kinder können sich frei im Haus und Garten bewegen. Sie lernen ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen, feste Regeln kennen zu lernen und ihre Kameraden im Spiel zu respektieren und sich mit ihnen zu arrangieren.
In Kleingruppen wird auf unterschiedliche Fähigkeiten im motorischen und kognitiven Bereich eingegangen, z.B. durch Freispielangebote, die freiwillig sind, aber auch als fester Beschäftigungspunkt für jedes einzelne Kind dienen können.
Die Kinder haben die Möglichkeit in einer Puppenecke/Spielbogen Rollenspiele zu spielen. Sie können Verstecken spielen und eine Höhle bauen. Im bewegungsorientierten Gruppenraum können sie ihren Bewegungsdrang ausleben, hüpfen und springen.
Wichtig dabei ist: Die Kinder wählen Zeit und Raum dafür völlig frei aus.
Gesellschaftsspiele können ausprobiert werden. Kreis- Tanz und Singspiele stehen auf dem täglichen Programm, z.B. lernen die Kinder im Morgenkreis die verschiedensten Lieder und Tänze.
Spiele, die die Kreativität fördern, sind z.B. das Bauen und Konstruieren mit Holzbau-steinen und Duplosteinen, welche in unserem Kindergarten reichlich vorhanden sind. Fingerspiele dienen besonders den kleinen Kindern und fördern sie in Sprache und Bewegungskoordination.
Kinder brauchen und bekommen bei uns viel‚ viel Zeit zu spielen.

7. Feste und Feiern

Die Inhalte der Feste werden zusammen mit den Kindern besprochen. Ihre Ideen und Vorstellungen werden aufgenommen und nach Möglichkeit auch umgesetzt. Alle Kinder werden an den Vorbereitungen beteiligt. Wir gestalten gemeinsam unsere Räume zu jedem Fest oder Feierlichkeit neu. Dies bereitet allen Kindern Spaß und Freude und sie sind stolz ihren Eltern immer etwas Neues und Anderes zu zeigen.
Die Geburtstage der Kinder sind immer etwas ganz Bedeutendes. Er wird mit allen Kindern zusammen gefeiert. Das Geburtstagskind kann frei bestimmen, welches Lied wir singen oder auch, was wir essen wollen. Der Tisch wird an diesem Tag ganz besonders gedeckt und etwas Geheimnisvolles liegt in der Luft.
Unsere Vorschulkinder werden jedes Jahr durch ein großes Schultütenfest verabschiedet. Alle Kinder nehmen daran teil und sind jedes Jahr auf neue gespannt: “Wie wird es wohl in der Schule sein?“.

8. Schwerpunkt Bewegung

Bewegung sichert die Erweiterung vielfältiger senso-motorischer Erfahrungen, ermöglicht gefühlsmäßiges Erleben, fördert soziales Verhalten und unterstützt geistige Prozesse. Deshalb wird Bewegungsförderung bei uns groß geschrieben und soll in seinen Angeboten noch verstärkt werden.
Neben täglichen Angeboten im Bewegungsraum und viel Bewegung an der frischen Luft entweder in unserem Außengelände oder/und bei Besuchen auf Spielplätzen, und/oder dem Sportplatz nebenan gibt es weitere feste Angebote für die Kinder außerhalb der Einrichtung.
Einmal im Monat fahren wir mit allen Kindern zur Bewegungswelt der Abrahamgemeinde in Kattenturm. Hier ist eine intensive Körperwahrnehmung durch ein großes Angebot an Bewegungsmöglichkeiten möglich.
Seit Januar 2009 sind wir im Besitz des Bewegungs- und Ernährungsmobils (bemil) der Spiellandschaft Stadt, welches von den Kindern drinnen und draußen nun täglich genutzt wird. Unsere Erzieherinnen sind sowohl im Kinderturnen als auch im bemil geschult.
Seit 2010 sind wir immer donnerstags und freitags im Park Links der Weser. Bewegungsförderung an der frischen Luft, Naturerfahrungen sind Schwerpunkte unserer Arbeit geworden. Die Kinder werden dorthin gebracht und auch von dort wieder abgeholt. Bei starkem Regen etc. können wir das Vereinsheim nutzen, dort ist auch Treffpunkt.

9. Kreativität

Alle Kinder haben täglich Zugang zu Farben, Pinseln, Stiften, Kreiden, Papier, Pappe, Ton, Knete und Scheren. Dort können sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie lernen die Eigenschaften und Merkmale der Kretativmaterialien kennen.
Wir malen‚ formen und gestalten und die Kinder erfreuen sich an ihren Kunstwerken, welche immer einige Zeit im Kindergarten ausgestellt werden.
Den Umgang mit Schere, Pinsel und Stift eignen sich die Kinder sehr schnell an. Verschiedene Materialien auszuprobieren und sich auch mit schwierigen Bastelarbeiten auseinanderzusetzen, fördert vor allem Kreativität und Feinmotorik. Hierbei arbeiten wir sehr gerne mit Ton. So gestalten wir beispielsweise Laternen und Osterkörbchen selbst.

10. Vorschularbeit

Unsere älteren Kinder, im Alter von 5-6 Jahren, werden bei uns spielerisch auf die Schule vorbereitet. Hierbei spielen viel verschiedene Gefühle und auch Probleme eine Rolle:

  • Stolz, ein großes Schulkind zu sein!
  • Angst vor der Schule?
  • Welche Lehrerin bekomme ich?
  • Ist mein Kind überhaupt fit für die Schule?

Diese Fragen werden ernst genommen und hier sehen wir Erzieher unsere Aufgaben, darin, die Kinder so zu unterstützen, so dass sie sich auf die Schule freuen können.
Außerdem bieten wir an: Zahlenland, Bielefelder Screening + Würzburger Trainingsprogramm

Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie, und jedes Genie gewissermaßen ein Kind!
(Arthur Schopenhauer)

11. Weitere Angebote

In jedem Kindergartenjahr gibt es zahlreiche Angebote. Ziel ist es, den Kindern eine intensive Erinnerung an ihre Kindergartenzeit zu geben und sie für ihre neuen Herausforderungen als Schulkind stark zu machen.
Projektarbeit ist dabei in unserer Einrichtung sehr wichtig, wobei sich die Auswahl des Projektes nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder richtet. Ein Beispiel erfolgreicher Projektarbeit ist unser Projekt „Im Eis, da ist was los“, dessen Ergebnisse in einer Ausstellung der Stadtbücherei ausgestellt waren sowie „Die vier Elemente“, „raus aus dem Haus“, „Kinderkunst“.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die musikalische Früherziehung, die insbesondere von unserer Musikpädagogin angeleitet wird. Hier machen die Kinder erste Erfahrungen mit Rhythmus und Melodie, lernen Instrumente und die Welt der Klänge und Geräusche kennen. Dazu besteht eine Kooperation mit der Musikschule Strings in Huchting und wir sind ausgezeichnet mit dem „Felix“.

Außerdem gibt es noch weitere Angebote, wie:

  • Übernachtung im Kindergarten
  • Ausreise mit den Schulkindern
  • monatlicher Besuch in der Bücherei mit dem Erleben eines
    Bilderbuchkinos
  • Laternenfest
  • Weihnachtsfeier zum Jahresabschluss
  • Besuch der Jugendzahnpflege in unserem Haus
  • Bücherausstellung in unserem Haus
  • Besuch der Polizei und Feuerwehr

„Kinder sind was wunderbares, sie sind unbezahlbar“
(unbekannt)